Texter im Dialog: Matthias Schindler

Texter im Dialog: Matthias Schindler

Warum bist du freier Texter?

Weil ich manches genauer wissen möchte. Um überzeugende Ergebnisse für die Sache an sich zu erzielen. Damit man sich versteht. Damit etwas gelingt.

Nach dem Abitur habe ich BWL studiert, Schwerpunkte Marketing, Produktmarketing und Wirtschaftspsychologie, nebenbei Praktika in Werbeagenturen. Meine empirische Diplomarbeit im Fach Wirtschaftspsychologie habe ich dann dem Chef einer Werbeagentur vorgelegt, der mir sagte, dass ich schreiben kann, und mich als Texter/Konzeptioner einstellte. In einer weiteren Werbeagentur arbeitete ich als Creative Director Copy.

Nach drei Jahren machte ich mich als freier Texter und Marketingberater selbständig. Ich wollte mein eigenes Ding machen, aber richtig.

Was sind deine Schwerpunkte?

Klare Texte für erklärungsbedürftige Produkte. Um etwas klar erklären zu können, ist es grundlegend, eine ebenso klare Struktur des Textes zu konzipieren und das treffende Wording zu entwerfen. Dieser kreative Akt wird oft vernachlässigt. Das wäre so, als könne ein Grafikdesigner sofort mit der Reinzeichnung beginnen, ohne zuvor die Phasen Konzeption, Scribble, Rohlayout und Reinlayout zu durchlaufen. Aber so funktioniert es eben nicht. Für ein erfolgreiches Textergebnis durchläuft ein guter Texter die Phasen Textkonzeption, Recherche, Textstruktur, Wording, Texten.

In den letzten Jahren habe ich mich auf einen neuen Schwerpunkt spezialisiert: Transcreation. Alles wird globaler. Auch das Texten. Mit einem englischen Werbetexter habe ich die internationale Plattform www.textunion.net aufgebaut, um die Übersetzungsqualität auf ein höheres Niveau zu bringen. So, als wären es Originaltexte – aus der Feder eines Texters. Derzeit haben wir 21 Sprachen von 21 professionellen Werbetextern.

Bitte umreiße kurz eins deiner Projekte, von denen du besonders begeistert bist/warst!

Bei OKI ging es darum, die komplexen Produkte transparent zu machen. Da jeder neue OKI-Drucker bis dahin der schönste, größte, beste war, konnte der Endkunde deren Leistungen kaum unterscheiden. Zunächst nahm ich Produktpositionierungen vor, um die unterschiedlichen Produktleistungen und Verwenderansprüche zu lokalisieren. Heraus kam eine Textstruktur für vergleichendes und selektives Lesen. Ein wesentlicher Teil basierte auf variierbaren Textbausteinen, so dass der Leser die einzelnen Leistungsausprägungen eindeutig unterscheiden konnte. Mit dieser Struktur konnten wir schnell und kostengünstig komplexe Prospekte erstellen.

An sehr interessanten Transcreation-Projekten arbeite ich derzeit: Websites, Prospekte, Anzeigen und Pressemitteilungen für einen polnischen Designmöbelhersteller. Die Texte liegen in Polnisch und Englisch vor. Die sprachliche Herausforderung ist, dass Polnisch in seiner Ausdruckskraft nicht so genau wie Deutsch ist. Das Ziel ist, treffende Wörter, passende Wortfelder und eindeutige Begriffsebenen zu finden, um die Produkte im Deutschen erlebbar zu machen. Kurz: das richtige Wording, das Herz und Geist trifft.  www.werbetext.com

 

Geschäftsstelle Texterverband
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